Archiv für März 2010

Schnauze voll von Investorenlandschaften

Schon fast zwei Jahre alt, aber immer noch genauso aktuell: Das geniale Animationsfilmchen von Pappsatt, damals als Wahlwerbung zum Bürger_innenentscheid gebastelt:

…oder direkt bei vimeo anschauen.

Räume ermutigen zu Handlungen. Sie verbieten andere Handlungen.

Christoph Schäfer, als stadtpolitischer Künstler vor allem in Hamburg tätig (Park Fiction, Es regnet Kaviar), hat ein Buch geschrieben, nein: gemalt. Es heißt „Die Stadt ist unsere Fabrik“ und soll die ambivalente Geschichte der Stadt als Ort der Inszenierung und der Veränderung beschreiben. Und in diesem Fall soll es auch um revolutionäre Veränderung gehen, im Sinne Henri Lefbvres „Revolution der Städte“.

Buchpräsentation in Berlin:
Mittwoch, 24. März, 20:30 Uhr, Pro QM, Almstadtstraße 48-50 (Mitte)

Flammende Rede: Glas brennt nicht, schade!

Tobias Kunze über Mediaspree auf dem Kreuzberg Slam am 1. September ’09:

..und hier der Direktlink zu youtube

Die bauen das Spreeufer zu…

Als im Januar der zweite Bau des Mode-Showroom-Unternehmens „Labels“ eröffnet wurde, war es ausgerechnet der Friedrichshain-Kreuzberger Bürgermeister Franz Schulz, der sich voll und ganz zur Mediaspree-Entwicklung bekannte:

„Ein solcher Erfolg war am Anfang nicht zu erwarten“, sagt Franz Schulz, der bündnisgrüne Bezirksbürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg, und lobt auch die Architektur der Labels-Gebäude. Für die Entwicklung des Gebietes Mediaspree sei dies „ein wichtiger Baustein“. (Tagesspiegel vom 18.1.2010)

Es sollen also weiterhin – ungeachtet der Proteste und des Bürger_innenentscheids – schicke neue Firmen am Spreeufer platziert werden, damit die Aufwertung der angrenzenden Kieze gleich mit vorangetrieben wird. Gentrification lässt grüßen.

(mehr…)

Abgesang auf Mediaspree

Hier gibt es einen Beitrag – mittlerweile auch ein Jahr alt, zur Geschichte und dem Ende des Marketingvereins „Media Spree e.V.“ – natürlich auch eine kleine Geschichte des Widerstands dagegen:
Media Spree – Abgesang auf einen gebrochenen Mythos auf Investorenschreck.

Und dann, ähnlich alt, den Text Wer hat Lust auf Mediaspree? von den Spreepirat_innen, der in der Broschüre „Unter dem Cluster liegt der Strand“ veröffentlicht worden ist (hier auch als PDF). Die Broschüre war von der Hamburger Gruppe Commode zusammengestellt worden und beschäftigt sich daher auch mehrheitlich mit der Hamburger Stadtentwicklung. Hier gibt es eine Leseprobe als PDF und den Text Wachse wachse über alles über den Hamburger Stadtentwicklungsplan „Wachsende Stadt“.

Und wer sich mal damit beschäftigen mag, wie es so im Sonderauschusss zugegangen ist, in dem ja eigentlich die Umsetzung des Bürgerentscheids hätte verhandelt werden sollen, in dem es dann aber nur um ein paar Meter hier und ein paar Bäume und Sträucher da ging: Hier die Berichte der Ostprinzessin, die zunächst als Bürgerdeputierte im Ausschuss saß, dann aber Konsequenzen zog und fortan nur noch als kritische Zuschauerin, wütende Zuruferin und schonungslos direkte Berichterstatterin dem bürokratischen Zirkus beiwohnte.