Archiv für September 2010

Proteste gegen Aufwertung sind soziale Kämpfe

Einige bemerkenswerte Gedanken und Thesen wirft der überaus lesenswerte Artikel „Die Produktdesigner“ von Christoph Spehr im Freitag vom 2. September auf: Die Proteste gegen städtische Aufwertungsprojekte seien nicht spießig, sondern enthielten Ansätze neuer sozialer Kämpfe. Neben Proteste gegen Stuttgart21 und Hamburger Wachstumsprojekte bezieht sich Spehr ausdrücklich auch auf Mediaspree versenken. (Alle Zitate sind aus dem Artikel.)

Die Forderung der Recht-auf-Stadt-Bewegung ist simpel: Jeder Mensch soll dort wohnen bleiben können, wo er wohnt, und wie ihr Viertel baulich verändert wird, darüber sollen die Anwohner entscheiden. Das ist natürlich eine ungeheure Provokation, weil doch die Stadt nicht den Menschen gehört, die in ihr leben, sondern den Eigentümern – den Investment-Konsortien, den Konzernen, den Baugesellschaften und nicht zuletzt den Politikern, die ihre Haushalte sanieren und sich bei Investoren beliebt machen wollen.

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Tag des betroffenen Denkmals

Die denkmalgeschützten Kühlhäuser der Eisfabrik in der Köpenicker Straße werden zur Zeit durch die TLG Immobilien abgerissen. Obwohl es die ältesten noch erhaltenen Hochkühlhäuser Europas sind. Den Mieter_innen im Vorderhaus der Eisfabrik wurde immer wieder deutlich gemacht, dass man sie dort weghaben will. Sie befürchten nun, bald ihre Wohnung zu verlieren und trauen der TLG jenseits eines halbwegs fairen Umgangs so einiges zu, um den Verbleib in den Wohnungen so ungemütlich wie möglich zu machen.

Am 11./12. September ist wieder Tag des offenen Denkmals. Auch die Initiative zum Erhalt der Eisfabrik ist mit dabei. Weil die TLG den Zugang zum Gelände verweigert, gibt es eine Ausstellung zur Geschichte der Eisfabrik vor dem Wohnhaus in der Köpenicker Straße 40/41, an beiden Tagen zwischen 9 und 17 Uhr. Leute der Initiative werden dort sein und Rede und Antwort stehen können.