Tschüß Lab! – Es gibt noch viel zu versenken

Stellungnahme der Spreepirat_innen zum BMW-Guggenheim-Lab

Die Spreepirat_innen im Initiativkreis ‚Mediaspree versenken!‘ begrüßen die Absage des BMW-Guggenheim-Labs auf dem Grundstück Cuvrystraße, im Mediaspreegebiet. Durch unmissverständlichen Protest konnte das Lab verhindert werden und nun kann die öffentliche Nutzung des Grundstücks weiter gehen – der Wrangelkiez freut sich darüber.

Die Macher vom BMW-Guggenheim-Lab kündigten einen „öffentlichen Diskurs mit Fragen des modernen städtischen Lebens“ an. Dabei sollte es angeblich auch um kritische Themen wie Gentrifizierung gehen. Doch wurde schnell klar, dass Partizipation zwar immer wieder betont wird, aber nicht wirklich stattfindet. Es bleibt theoretisch, eine tatsächliche Teilhabe an der Kiezentwicklung steht nicht zur Debatte. Wir sehen das Lab als einen Versuch, den Unmut der Kritiker_innen aufzufangen und in wirkungsfreie Kanäle zu leiten. Nach dem Motto: Wir haben ja mal darüber geredet. D.h. Diskussion und Kritik wird im Sinne einer integrativen Politik/Kunst zwar geduldet, praktische Auswirkungen für die betroffenen Anwohner_innen wird es jedoch nicht geben.

Es ist stets das gleiche: Die Grundstückseigentümer entscheiden, was auf einem Grundstück passiert, eine Mitsprache der Anwohner_innen findet nicht statt.
Der kommerzielle Ausverkauf der Spreeufer und die Verdrängung der Anwohner_innen gehen weiter. Dass es einmal einen Bürger_innenentscheid gegeben hat, bei dem auf Bezirksebene eindeutige 87% gegen die Bebauung der Spreeufer votierten, wird ignoriert. Vielmehr wird großflächig weiter gebaut im Mediaspreegebiet, durch Daimler und Coca Cola, für Shopping Malls, Büros, Hotels und Luxuswohnungen.

Wie auch der neue Investor des Grundstücks, die „Ritter – Finest Real Estate“, die schicke teure Wohnungen und Gewerbe auf dem Cuvry-Grundstück bauen will. Es wird mal wieder an den Bewohner_innen vorbei geplant. Die Ausrichtung ist klar und deutlich formuliert: „Bei Ritter – Finest Real Estate geht es nicht nur um Masse oder Kosten, sondern um höchste Individualität, Trends und die Liebe zum Detail.“ Wer keine 3000 Euro/qm oder mehr für eine Wohnung hinblättern kann, sieht sich einer fortlaufend sinkenden Lebensqualität im Kiez ausgesetzt: steigende Mieten bei gleichzeitigem Verlust der Freiflächen am Spreeufer.

Wir wollen diesen Ausverkauf des Kiezes nicht weiter dulden. Wir fordern keine weiteren Eigentumswohnungen für Kreuzberg, sondern bezahlbare Mieten und Spreeufer für alle!
‚Mediaspree versenken!‘ blickt auf eine erfolgreiche Geschichte vielfältigen Widerstands zurück, die noch lange nicht vorbei ist. Nach der Verhinderung des Labs wollen wir die Energien nutzen, um weitere Investoren-Projekte wie das für die Cuvrystraße, sowie von Daimler und Coca Cola zu versenken.

Mediaspree Versenken! AG Spreepirat_innen