Archiv für März 2013

Luxusbau und Mauerabriss gehen weiter

Eigentlich ist es nichts neues, dass der Bürgerentscheid „Spreeufer für alle!“ von Parteipolitik, Verwaltung und Wirtschaft ignoriert wird. Es ist sogar seit 2008 ausdrückliche Senats-Leitlinie, den Entscheid nicht zu befolgen sondern den Grundstückseigentümern am Spreeufer ihre Profite abzusichern – gleichzeitig ging die Privatisierung städtischer Ufergrundstücke ungebremst weiter. Es ist ja auch nichts neues, dass die Macht des Kapitals das Gegenteil von Demokratie ist.

Ehrlich gesagt sind wir Spreepirat_innen bei den Protesten rund um den East-Side-Gallery-Abriss und gegen das „Living Bauhaus“-Luxusbauvorhaben nicht wirklich beteiligt. Jedenfalls nicht organisatorisch. Wenn ihr also Neuigkeiten rund um Geschehnisse und Aktionen erfahren wollt, dann solltet ihr euch an das Bündnis „East Side Gallery retten!“ (Facebook) wenden.

Mit dabei sind die AG Spreeufer beim Initiativkreis Mediaspree versenken und das Megaspree-Bündnis.

Protest gegen Luxusbau stoppt Mauerabriss

Seit dem 21. Februar ist die Petition „East Side Gallery retten! Keine Luxuswohnbebauung auf dem ehemaligen Todesstreifen“ online und bereits mehr als 44.000mal unterzeichnet worden. Es geht um das Bauprojekt „Living Levels“ direkt am Spreeufer auf dem ehemaligen Grundstück des „Oststrands“. Die geplanten Eigentumswohnungen werden bereits zu Preisen von bis zu 15.000 €/qm angeboten.

Für das Bauvorhaben, aber auch für eine neue Fußgängerbrücke über die Spree, sollen gut 20 Meter der East Side Gallery entfernt werden – am Donnerstag war mit den Bauarbeiten begonnen worden. Am Freitag schließlich, nachdem das erste Mauersegment herausgerissen worden war, stürmten einige hundert Demonstranten die Baustelle – die Bauarbeiten wurden daraufhin eingestellt.

Am Montag könnten die Bauarbeiten fortgesetzt werden. Deswegen wird es morgen eine Demonstration geben:

Sonntag 14:00 Uhr East Side Gallery
Erster Erfolg: Der Abbau der East Side Gallery wurde heute morgen gegen 11 Uhr gestoppt. Dank des lauten Protests vor Ort und online konnten wir gemeinsam das Mahnmal der Teilung Berlins für heute bewahren. Die Bauarbeiten könnten jedoch jederzeit fortgesetzt werden. Deshalb müssen wir den Druck weiter hoch halten. Der Regierende Bürgermeister Berlins, Klaus Wowereit, ist nun in der Pflicht, ein Abbau-Moratorium auszusprechen. Um die East Side Gallery zu retten, rufen wir alle Berlinerinnen, Berliner und Interessierte auf, am
Sonntag, 3. März, 14 Uhr, East Side Gallery

Es gibt sicherlich sehr unterschiedliche Gründe gegen das Bauvorhaben auf die Straße zu gehen. Ob Schutz der Mauer-Reste, ob Spreeufer für alle, ob Protest gegen Luxusbauten, während gleichzeitig Leute mit kleinen Einkommen aus den Innenstadtbezirken vertrieben werden…