Das Shopping-Monster von der Warschauer Brücke

Der europaweit tätige Shopping-Center-Konzern Multi Development hat das Grundstück zwischen O2-Halle und Warschauer Brücke von der Anschutz Group gekauft und will im Herbst 2013 beginnen, dort ein Shopping Center mit 25.000 m² Verkaufsfläche zu bauen. Multi Development hat im April 2012 betreits ihr neues Einkaufszentrum „Boulevard Berlin“ in der Steglitzer Schlossstraße eröffnet. Die Größenordnung der nun geplanten Mall an der Warschauer Brücke ist vergleichbar mit dem Gesundbrunnen Center oder den Neukölln Arkaden.

Damit deutet sich an, dass es nach dem Bau der Mercedes Benz Vertriebszentrale auf dem Anschutz-Gelände mit weiteren großen Bauprojekten voran geht. So hatte im Juli der zum Porr Baukonzern gehörende Immobilienentwickler Strauss & Partner die Baugenehmigung für sein Projekt „Hotel und Office Campus Berlin“ erhalten. Bis Ende 2013 sollen südöstlich der O2-Halle Bürogebäude und ein 3-Sterne-Hotel der Marke Holiday Inn mit 217 Zimmern entstehen. Das hat zwar nichts mit Medienindustrie zu tun, aber das „Media Spree“-Werbekonzept war ja ohnehin nur ein aufgeblasenes Marketing-Konstrukt, um die Spreeufer für alle denkbaren Investoren interessanter zu machen.

In der BVV Friedrichshain-Kreuzberg waren die Shopping-Center-Pläne, damals noch von CKV Immobilien unter dem Titel „Spree Shopping Berlin“ vorgetragen, auf große Skepsis gestoßen, doch nun hört man aus der Bezirksamts-Ecke nichts (mehr). Was mag das bedeuten? Zumindest geht der kommerzielle Ausverkauf und die an Profitinteressen orientierte Umstrukturierung der Spreeufer weiter.

Bewegung auf der Cuvry-Fläche

Der große, weite Freiraum zwischen Brandwand und Cuvrystraße, zwischen Spreeufer und Schlesischer Straße, satte 10.000 Quadratmeter Spontanvegetation, Feuchtbiotop, Guerilla Gärten,… und einige Zelte. Abends gibt es Lagerfeuer, man trifft sich, redet mit Leuten, mit denen man sich gar nicht verabredet hatte.

Von der Initiative „Mediaspree versenken!“ gibt es nun Montag abends eine Volksküche, um zusammenzukommen und über die Zukunft der Cuvry-Fläche zu sprechen. Schaut einfach vorbei – man trifft sich an der RäuberLab-Bude.

Die Cuvry-Fläche gehört leider offiziell nicht den Bewohner_innen und Freund_innen des Wrangelkiezes und des Spreeufers, sondern der Ritter Real Estate, einem Immobilienentwickler mit Sitz in München. Aber das heißt ja nicht, dass wir uns nicht nehmen, was uns zusteht…

Nachtrag zur Spreedemo

Vor einem Monat zog die Spreedemo durch Friedrichshain, Treptow und Kreuzberg, um gegen die fortlaufende kommerzielle Verwertung der Spreeufer zu demonstrieren und die Positionen des Bürger_innenentscheids von 2008 zu bekräftigen: „Spreeufer für alle – Mediaspree versenken!“

Der RBB Abendschau Beitrag vom 14. Juli:

Mittwoch Pressekonferenz zur Spreedemo

Hiermit möchten wir, Mediaspree Versenken! AG Spreeufer, Megaspree, Spreepirat_innen und Karla Pappel – Stadtteilinitiative in Alt Treptow gegen Mieterhöhung und Verdrängung, Sie herzlich einladen zu unserer Pressekonferenz

am Mi. 11. Juli 2012 um 11 Uhr am Strand des „YAAM“ (gegenüber des Ostbahnhofes).

Wir möchten Sie informieren über den Aktionstag und unsere Demonstration anlässlich das vierten Jahrestages des Bürgerentscheids „SPREEUFER FÜR ALLE!“ am 14. Juli unter dem Motto:

Berlin ist keine Ware – gemeinsam gegen Ausverkauf und Verdrängung!

Weitere Informationen zu der Demonstration können Sie der Website http://spreedemo2012.blogsport.de/ entnehmen.

Proteste gegen neue Hochhäuser am Spreeufer

Die Agromex GmbH & Co KG ist spezialisiert auf teure Wohnungsbauten, die sich der allergrößte Teil der Berliner_innen niemals leisten könnte. In Freidrichshain hat sie für ein großes Neubauprojekt in der Dolziger Straße mit „beheizbaren Kinderwagenabstellplätzen“ geworben.

Jetzt will Agromex immer höher hinaus: Am Alt-Treptower Spreeufer, unweit von der Arena, will Agromex drei Hochhäuser mit Luxuswohnungen und Hotel zwischen den Allianz-“Treptower“ und die „Twintowers“ setzten.

Dagegen regt ich Widerstand einer Mieter_innen-Initiative aus der Hoffmann- und Fanny-Zobel-Straße, die untersützt wird von der Stadtteilinitiative Karla Pappel und dem Initiativekreis Mediaspree versenken!

Agromex hat einen Architekturwettbewerb ausgerufen, dessen Ergebnisse am Montag im Beisein von Bezirks- und Senatsvertreter_innen ausgewählten Presseleuten vorgestellt werden sollen. Die betroffenen Mieter_innen sind dort nicht erwünscht, daher halten sie um 14 Uhr vor der Berlin-Niederlassung von Agromex in der Chausseestraße 131 eine eigene Pressekonferenz ab.

Weitere Informationen gibt es auf den Seiten von Karla Pappel und bei Mediaspree versenken!

Auch die Demonstration zum 4. Jahrestag des „Spreeufer für alle!“-Bürger_innen-Entscheids soll am 14. Juli an der Stelle vorbeiführen, an der die Agromex-Hochhäuser geplant werden. Für die Demonsration wurde jetzt ein eigener Blog eingerichtet. Das nächste Vorbereitungstreffen für die Demo ist am 27. Juni um 20 Uhr auf dem RAW-Gelände, Revaler Straße 99, Tor 2, Treffpunkt ist vor der „Küste“ (Stoff- und Gerätelager).

4 Jahre Bürgerentscheid „Spreeufer für alle“

Es wird eng im Kiez – die Mieten steigen und der Ausverkauf geht weiter. Daimler, CocaCola, neue Einkaufszentren und Hochhäuser entstehen an der Spree! Uns reichts!

Themen wie Gentrification, hohe Mieten und der Ausverkauf der Stadt sind aktueller denn je. An der Spree und überall! Am Samstag, den 14. Juli werden wir unseren Protest und unseren Widerstand deutlich zum Ausdruck zu bringen!

Darum laden wir euch ein, Teil des Bündnisses zum Aktionstag anlässlich des 4. Jahrestages des Bürger/innenentscheids „Spreeufer für alle!“, zu werden.

Dieses Bündnistreffen soll allen engagierten Gruppen, Initiativen und Projekten aus Stadtteil- und Kiezpolitik, Kunst und Kultur Anknüpfungspunkte im Sinne der eigenen Arbeit bieten.

Konkret sollen bei dem Gründungstreffen, neben der Formulierung der Kernforderungen und des Aufrufs, die Planung, die Organisation, die Anmeldung und die Durchführung des Aktionstages am 14. Juli sowie die Form der Aktionen diskutiert werden (z.B.: Demo, Parade, Demoparade, Sternmarsch, Fahrraddemo, Kiezspaziergang, Formen des zivilen Ungehorsams etc.).

Am Mittwoch, den 9. Mai.2012 um 20 Uhr laden wir zum Gründungstreffen der Arbeitsgemeinschaft zur Planung und Durchführung des Aktionstags 4 Jahre Bürger/innenentscheid „Spreeufer für alle!“ ein.

Treffpunkt: RAW Tempel e.V., Revaler Str. 99, Tor 2. vor der „Küste“ (Stoff- und Gerätelager).

Wir bitten um kurze Rückmeldung und freuen uns auf einen guten Start.

Initiativkreis Mediaspree versenken! Spreepirat_innen & AG Spreeufer

spreepi­ra­tin­nen(ät)riseup.​net
mediaspreeversenken(ät)gmx.net

Tschüß Lab! – Es gibt noch viel zu versenken

Stellungnahme der Spreepirat_innen zum BMW-Guggenheim-Lab

Die Spreepirat_innen im Initiativkreis ‚Mediaspree versenken!‘ begrüßen die Absage des BMW-Guggenheim-Labs auf dem Grundstück Cuvrystraße, im Mediaspreegebiet. Durch unmissverständlichen Protest konnte das Lab verhindert werden und nun kann die öffentliche Nutzung des Grundstücks weiter gehen – der Wrangelkiez freut sich darüber.

Die Macher vom BMW-Guggenheim-Lab kündigten einen „öffentlichen Diskurs mit Fragen des modernen städtischen Lebens“ an. Dabei sollte es angeblich auch um kritische Themen wie Gentrifizierung gehen. Doch wurde schnell klar, dass Partizipation zwar immer wieder betont wird, aber nicht wirklich stattfindet. Es bleibt theoretisch, eine tatsächliche Teilhabe an der Kiezentwicklung steht nicht zur Debatte. Wir sehen das Lab als einen Versuch, den Unmut der Kritiker_innen aufzufangen und in wirkungsfreie Kanäle zu leiten. Nach dem Motto: Wir haben ja mal darüber geredet. D.h. Diskussion und Kritik wird im Sinne einer integrativen Politik/Kunst zwar geduldet, praktische Auswirkungen für die betroffenen Anwohner_innen wird es jedoch nicht geben.

Es ist stets das gleiche: Die Grundstückseigentümer entscheiden, was auf einem Grundstück passiert, eine Mitsprache der Anwohner_innen findet nicht statt.
Der kommerzielle Ausverkauf der Spreeufer und die Verdrängung der Anwohner_innen gehen weiter. Dass es einmal einen Bürger_innenentscheid gegeben hat, bei dem auf Bezirksebene eindeutige 87% gegen die Bebauung der Spreeufer votierten, wird ignoriert. Vielmehr wird großflächig weiter gebaut im Mediaspreegebiet, durch Daimler und Coca Cola, für Shopping Malls, Büros, Hotels und Luxuswohnungen.

Wie auch der neue Investor des Grundstücks, die „Ritter – Finest Real Estate“, die schicke teure Wohnungen und Gewerbe auf dem Cuvry-Grundstück bauen will. Es wird mal wieder an den Bewohner_innen vorbei geplant. Die Ausrichtung ist klar und deutlich formuliert: „Bei Ritter – Finest Real Estate geht es nicht nur um Masse oder Kosten, sondern um höchste Individualität, Trends und die Liebe zum Detail.“ Wer keine 3000 Euro/qm oder mehr für eine Wohnung hinblättern kann, sieht sich einer fortlaufend sinkenden Lebensqualität im Kiez ausgesetzt: steigende Mieten bei gleichzeitigem Verlust der Freiflächen am Spreeufer.

Wir wollen diesen Ausverkauf des Kiezes nicht weiter dulden. Wir fordern keine weiteren Eigentumswohnungen für Kreuzberg, sondern bezahlbare Mieten und Spreeufer für alle!
‚Mediaspree versenken!‘ blickt auf eine erfolgreiche Geschichte vielfältigen Widerstands zurück, die noch lange nicht vorbei ist. Nach der Verhinderung des Labs wollen wir die Energien nutzen, um weitere Investoren-Projekte wie das für die Cuvrystraße, sowie von Daimler und Coca Cola zu versenken.

Mediaspree Versenken! AG Spreepirat_innen

„Konstruktiv, kreativ und anschlussfähig“

Die AG Spreeufer hat zum zweiten Mal ihren Möchtegern-Chef Carsten Joost vor die Tür gesetzt. Oder der Oberaktive seine „Mitaktiven“?

Zum Wirken Herrn Joosts hatten wir vor drei Monaten eine Stellungnahme abgegeben, die im Prinzip nichts an Aktualität verloren hat: „Was ist eigentlich aus Mediaspree versenken! geworden?“

5. März nächstes offenes MSV-Treffen

Mercedes Vertrieb, Coca Cola Zentrale, neues Shoppingcenter, Guggenheim-Tourismus,… Gegen die neue Mediaspree-Bauwut setzen wir uns zusammen und machen Pläne für die kommende Bewegungssaison.

Montag, 5. März um 20 Uhr
Stadtteilbüro in der NewYorck
Bethanien-Südflügel, Mariannenplatz 2a

Mediaspree versenken! – Offenes Treffen 13.2.

Mercedes Vertriebszentrale, Coca Cola-Zentrale, Hotels, Büros und Luxuswohnungen: So sehen die Pläne zur weiteren Bebauung der Spreeufer aus. Dabei wird Berlin immer mehr zugebaut – umso wichtiger wird der Erhalt von Freiräumen, so wie dies vom Bürger_innen-Entscheid Spreeufer für alle! beschlossen worden war. Die Mieten steigen immer weiter, günstige Wohnungen werden dringend gebraucht, aber das rentiert sich eben nicht.

Wir laden dazu ein, sich zusammenzusetzen und gemeinsam zu überlegen, wie wir Mediaspree versenken! dieses Jahr wieder in die Öffentlichkeit tragen, dem Protest Ausdruck verleihen und Sand ins Getriebe der Aufwertungsfetischist_innen streuen können.

Offenes Treffen am 13. Februar
20 Uhr, Stadtteilbüro in der New Yorck
Bethanien-Südflügel, Mariannenplatz 2a.